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Brigitte Oelkeoelke 01

Brigitte-Oelke-Fans schau'n hier mal vorbei!

5 Fakten

Geburtsdatum/-ort:
25. Mai in St. Gallen/Schweiz

Stimmlage/-fach:
Mezzosopran

Ausbildung:
Bühne: Stage School of Music, Dance & Drama Hamburg, zahlreiche Weiterbildungen
sonstige Berufsausbildung: kaufmännische Ausbildung

allererste Bühnenerfahrung:
Als Kind im Kindermusical "Pinocchio" am Theater St. Gallen

erstes Profi-Engagement:
Musical: "La Cage aux Folles", Delphi Theater Hamburg, 1994
Rolle: Madame Dindon

QuickSpot

 

 

 

5 Fragen an Brigitte Oelke

Wie entstand der Wunsch, einen Bühnenberuf zu ergreifen?
Bereits als Kind stand ich im Kinderchor – den meine Mutter geleitet hat – am Theater St. Gallen (CH) auf der Bühne. Ich schnupperte also bereits in sehr jungen Jahren die Bühnenluft in Musical, Operette, Oper und Schauspiel. Parallel habe ich im Akkordeon-Orchester mit meiner Schwester zusammen diverse Schlager gesungen. Dass ich schon sehr früh eine fundierte Ausbildung genossen habe, hat mir später den Weg etwas erleichtert, da ich mich dadurch bei meinem Schauspiel-Diplom auf das Schauspiel konzentrieren konnte. Musical wollte ich unbedingt machen, nachdem ich als Kind die Musical-Filme mit Gene Kelly immer und immer wieder geschaut habe: "Singin' in the Rain", "Ein Amerikaner in Paris" und "Brigadoon".

Was ist für Sie das Wichtigste an Ihrem Beruf?
Nun ja, als erstes die Gage und die Bedingungen unter denen ich meine Leistung abrufen darf. In unserem Beruf wird man mit vielen Nebenkosten konfrontiert, die ein normaler Arbeitnehmer nicht hat, z.B. Reisekosten zu Auditions, die bei Erfolg mehrfach fällig werden, weil Auditions in mehreren Runden vollzogen werden. Außerdem haben wir Darsteller meist doppelte Haushaltskosten und die Kosten der Kommunikation mit unseren Lieben sind auch nicht zu unterschätzen, vor allem wenn man im Ausland arbeitet. Da wird die Gage schnell zum zentralen Thema.

Ebenso wichtig ist natürlich, worin meine Berufung liegt: Es ist die Hingabe und Liebe zur Arbeit. Das gemeinsame Erarbeiten und Entwickeln eines Projektes, eines Stückes und einer Rolle erfordert sehr viel Leidenschaft zum Beruf. Es hilft schon ungemein, wenn man für etwas Feuer und Flamme sein kann. Etwas so weit zu entwickeln, dass es am Ende so aussieht, als könnte es jeder ganz leicht machen, erfordert sehr viel Disziplin und Liebe zum Detail. Diese Disziplin endet übrigens nicht an der Bühnenpforte und hat keinen Feierabend. Wenn man als Sängerin seine volle Leistung entfalten möchte, muss man auch auf seine Lebensführung achten. Schließlich sind wir keine Instrumente, die austauschbar sind oder bei denen man mal schnell eine Saite wechseln kann. Als Sängerin muss man in der Lage sein, sein Zwerchfell und zahlreiche innere Muskeln zu kontrollieren. Dabei handelt es sich um sehr feine Muskeln, die z.B. auf Verspannungen und Stress sehr empfindlich reagieren. Dies zu erlernen braucht viel Zeit und ständiges Training. Zur optimalen Entfaltung der Stimme sind zudem entsprechende Ruhephasen notwendig, die in der Lebensführung berücksichtigt werden müssen. Deshalb können manche Sänger(innen) eben acht mal die Woche ihre Leistung abrufen und andere wesentlich weniger häufig. Damit beziehe ich mich übrigens nicht auf meine Musical-Kollegen, sondern auf viele Popsänger, die oft schon nach wenigen Konzerten in Reihe eine längere Pause benötigen oder ihre Stimme verlieren. Hier sind wir auch wieder bei den Kosten, denn ein permanentes Coaching gehört auch dazu.

Ich finde das absolut Großartigste und Schönste an meinem Beruf ist es, Gefühle und "Momente" zu erschaffen. Alles, was wir auf der Bühne entstehen lassen, passiert im Hier und Jetzt und ist sofort wieder vorbei. Die meisten bewegen sich den größten Teil ihre Alltags in der Vergangenheit und in der Zukunft. Von einem guten Stück werden sie aber unweigerlich ins Hier und Jetzt geholt. Auch wenn es sich um eine Illusion handelt. Ich denke, das macht die Faszination Theater aus und man kann es in den Augen der Menschen sehen, wenn sie nach einem schönen Theaterstück darüber sprechen. Der zweite Aspekt ist, dass ein gutes Stück den Menschen über die Katharsis hilft, ihr eigenes Leben zu reflektieren. Oft verschwindet dieser Effekt nach einem Tag wieder, aber bei manchen Menschen bewirkt es einen richtigen Wandel. Nicht zuletzt ist das Schönste auch die Anerkennung unserer Arbeit und der Applaus. Es ist ein traumhaft schönes Gefühl, wenn man direkt spüren darf, wie sehr die eigene Leistung die Menschen berühren kann. Und das nach jeder Vorstellung. Es gibt nicht viele Berufe, die einem dieses Gefühl schenken.

Was war Ihr bisher eindrücklichster Bühnenmoment?
Den einen Moment gibt es nicht. Wer, wie ich, erfolgreich so viele Jahre auf der Bühne steht, hat viele dieser Momente. Im Prinzip gibt es in jedem Stück eindrückliche und tolle Momente. Speziell, wenn man an Uraufführungen beteiligt ist und Neues entsteht. Ich liebe das. Wenn ich einen Moment heraussuchen müsste, wären es zwei. Zum einen der Schlussapplaus der deutschsprachigen Uraufführung von "We Will Rock You". Was weniger mit dem Stück als solches zu tun hat, als mit den Umständen, unter denen ich damals diese Premiere erlebt habe. Zum anderen war es die Premierenfeier anschließend, denn dort durfte ich als Einzige ein Duett mit Brian May singen. Das war kurz bevor Queen sich wieder neu formierten. Also ein historisches Ereignis, denn Roger Taylor und Brian May haben praktisch zum ersten Mal nach langer Zeit wieder live auf einer Bühne musiziert. Und dann durfte ich ausgerechnet "Tie your Mother down" mit ihm singen. Dieser Song hat eine sehr große Bedeutung in meinem Leben. Das war monumental!

Was wünschen Sie sich von Ihrem Publikum?
Ich wünsche mir von meinem Publikum Offenheit und Vertrauen für die Dinge, die ich tue. Im Laufe meiner Karriere habe ich einige Rollen gespielt, die man mir erst einmal nicht zuordnen würde und dann waren alle begeistert von meiner Leistung. Zuletzt war das mit "Sunset Boulevard" der Fall. Man wird viel zu schnell wegen einer Rolle, die man gut spielt, in eine bestimmte Schublade verfrachtet. Einige Kollegen können davon ein Lied singen. Wir alle sind aber ausgebildete Schauspieler und unser Handwerk ist es nunmal, in fast jede Rolle schlüpfen zu können. Deshalb bilden wir uns jahrelang weiter. Ein Fakt, der gerne und schnell vergessen wird, vor allem wenn man eine bestimmte Rolle hervorragend liefert. Ach ja, da ist noch etwas. Es wäre schön, wenn jeder das Theater mit Respekt betritt. Ich meine damit nicht so eine Art unterwürfiger Demut einer Elite gegenüber. Es wäre einfach nur schön, wenn die Mobilgeräte im Theater ausgeschaltet sind und das Publikum sich einem Stück ebenso hingeben kann, wie die Darsteller auf der Bühne, denn nur so kann eine persönliche Beziehung zwischen dem Publikum, dem Stück und den Darstellern entstehen. Nur so kann man in ein Stück eintauchen und sich mitnehmen lassen, und nur so kann sich die Katharsis entfalten. Abgesehen davon, dass die Sitznachbarn ebenfalls Eintritt gezahlt haben. Was vielen auch nicht bewusst ist, ist, dass das Display das Gesicht derer, die das Gerät verwenden, anleuchtet. In dem dunklen Raum, auf den wir Darsteller blicken, sieht man dann vereinzelt angeleuchtete Gesichter und das kann sehr ablenkend sein.

Welche beruflichen Aktivitäten gibt es außerhalb der Musicalbühne?
Außerhalb der Musicalbühne beteilige ich mich an vielen Projekten. So habe ich während meiner Zeit bei "We Will Rock You" sehr oft mit der Band WE ROCK auf der Bühne gestanden. Mit musicalpeople bin ich in unregelmäßigen Abständen auch zu diversen Veranstaltungen gebucht. Inzwischen habe ich auch schon einige Moderatoren-Erfahrungen sammeln dürfen und bin gern gesehener Stargast auf den beiden luxuriösesten Schiffen der Welt – MS Europa und MS Eurpoa 2. Ich habe dort ein sehr tolles Projekt mit Ophelia Vilarova's "German Dance Sensation". Es nennt sich "Queen – A Royal Rock Rhapsody" und ist eine Mischung aus exzellentem Tanz, aufwändigen Videoprojektionen und Gesang. Die Show erzählt in beeindruckender Weise die wichtigsten Phasen aus dem Leben von Freddie Mercury und Queen. In naher Zukunft soll die Show übrigens auch weltweit "an Land" gebucht werden.

Außerdem produziere ich meine eigenen Alben. Angefangen habe ich mit dem begnadeten Gitarristen Frank Rohles, der eigens für mich einige Titel komponiert hat, die auf meiner Rock-EP "Discover Me!" zu hören sind. In Zukunft werde ich mich aber mehr meinem Genre Musical widmen. Mit unserer Produktlinie "The Private Session", unter der ich die Konzerte und Tonträger veröffentliche, haben wir die Basis dafür geschaffen. Unterstützt werde ich bei der Umsetzung maßgeblich von meinem Mann, der unseren Label StagePeople betreibt und über umfangreiches Wissen und Erfahrung in den Produktionsprozessen verfügt. Da wir ausschließlich mit etablierten Profis arbeiten, verschlingt das eine Menge Geld, da bin ich froh jemanden wie ihn an der Seite zu haben, um die Kosten im Zaum zu halten.

Hin und wieder werde ich auch eingeladen, Gesangs-Workshops zu geben. Das findet aber weniger öffentlich statt als mein Bühnenleben. Meine Schwester Ursula Oelke ist eine bekannte Professorin im musikalischen Bereich an der Kantonsschule St. Gallen. Dort ergab sich z.B. die Möglichkeit mit motivierten und musikbegeisterten Schülern über einen Zeitraum von einer Woche in Vollzeit zu arbeiten. Es macht sehr viel Spaß, die Entwicklung der Schüler mitzuerleben. Ich finde, dass wir erfahrenen Bühnenmenschen, die das Wissen weitertragen, uns mit einem Teil unserer Arbeit immer um den musikalischen Nachwuchs kümmern müssen. Das ist mir ein sehr wichtiges Anliegen, ja fast schon Pflicht. Denn nur so können wir verhindern, dass die kreative Schaffenskraft der heutigen Jugend nicht von einer gefühllosen Industrie zu einem Einheitsbrei verbogen wird. Wer eine gute musikalische und schauspielerische Grundausbildung hat, erlangt eine gewisse Freiheit, die sehr hilft, sich auch als Solist zu behaupten.

Inhalte zu Brigitte Oelke auf MusicalSpot.de

pfeil rt CD-Rezension "The Private Session - Musical Vol. 1"

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Webseiten: www.brigitteoelke.com und www.theprivatesession.com
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