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Interview mit David Moore:
Ich werde die Rolle vermissen

Schon in den Jahren 1998/99 raste David Moore als „Papa“ die Bahnen der Bochumer „Starlight Express“-Halle entlang. Nach einer mehrjährigen Pause kehrte er 2009 in seiner alten Rolle wieder zu „Starlight Express“ zurück und begeistert bis heute unzählige Fans. Nun macht „Papa“ David Schluss: Ende Mai 2016 wird er die Cast verlassen. Aus diesem Anlass haben wir ihn zu einem kurzen Interview getroffen.

moore 04Ende Mai werden Sie zum letzten Mal die Rollschuhe anziehen. Wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken?

Befreit von Schmerzen, v. a. im Knie, obwohl ich die Rolle vermissen werde. Ich liebe „Papa“ und wofür er steht. Er ist zuversichtlich und hoffnungsvoll. Seine Botschaft heißt „Du allein hast die Kraft tief in dir. Und wenn du an dich glaubst..." - davon ist er absolut überzeugt. Es gibt ein „Licht“, nicht nur am „Ende des Tunnels“.

Was sind die Gründe für Ihren Ausstieg?
Ich bin der Meinung, man sollte gehen, wenn man ganz oben ist. In meinem Herzen glaube ich, es ist die beste Entscheidung. In meinem Kopf bin ich nicht sicher.

Wie oft haben Sie die Rolle gespielt?
Wenn ich aufhöre, werden es ca. 3.000 Shows sein.

Das ist eine stolze Zahl….
Stimmt. Aber „Starlight Express“ ist ein besonderes, Rekorde brechendes Musical, dass ich überhaupt ein Teil davon sein durfte, macht mich glücklich. Ich war beim zehnjährigen und beim fünfundzwanzigjährigen Jubiläum dabei und durfte mich 2013/14 auf der Live-CD zum 25-Jährigen als „Papa“ verewigen.
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Gibt es emotionale Bühnenmomente, an die Sie sich besonders gerne erinnern?
Oh ja, die gab es. Es war immer die letzte Show vor dem Castwechsel, die besonders emotional war. Ich weiß noch gar nicht, wie ich dieses Jahr durchkomme, da es ja auch meine letzte sein wird. Ich bin jetzt schon nah am Wasser gebaut.

Gab es auch einmal eine gefährliche Situation?
Wir sind natürlich alle sehr gut trainiert und könnten die Bahnen vermutlich im Schlaf fahren, auch die Sicherheitsvorkehrungen sind hervorragend. Während der ganzen Zeit hatte ich nur zwei Unfälle. Nach einem schweren Sturz im zweiten Rennen wurde ich mit einem Notarzteinsatz von der Bühne getragen, da ich meine Beine nicht mehr gespürt habe. Das war ein Riesenschreck, aber es war nur ein Nerv eingeklemmt.

moore 02Bei einem anderen Unfall, auch im zweiten Rennen, landete ich im Publikum, hatte drei Zuschauer ziemlich erschreckt und mich selbst verletzt. Das zweite Rennen ist sehr kompliziert, Genauigkeit ist entscheidend. Wenn Menschen auf Rollschuhen schnelle Bahnen entlangrasen, kann man Gefahr nie 100%ig ausschließen – aber wo kann man das schon?

Was werden Sie am meisten vermissen?
Die Sicherheit einer Festanstellung und die leuchtenden Gesichter der Kinder.

Können Sie uns schon etwas zu Ihren künftigen beruflichen Plänen verraten?
Zunächst mache ich einmal eine Pause und dann sehen wir weiter. Mit Kollegen wie Rob Fowler, Sabrina Weckerlin oder Ana Milva Gomes plane ich beispielsweise eigene Shows. Aber ich kann mir nicht mehr vorstellen, bei einem Mainstream-Musical der großen Unternehmen auf der Bühne zu stehen - davon habe ich schon viele gemacht. Ich möchte nicht mehr jahrelang sieben bis acht Shows pro Woche spielen.

Und – natürlich muss diese Frage am Schluss kommen – werden Sie noch ab und zu Rollschuh laufen? ;)
NEIN! Nicht freiwillig ;-)

Interview: Sylke Wohlschiess

 

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