
Ein Schuss zerreißt die nächtliche Stille. Eine helfend ausgestreckte Hand greift ins Leere. Gleich darauf ein zweiter Schuss. Dann legt sich ewiges Schweigen über den See.

„Dieses Haus gehört dem König“ sagt eine, die es wissen muss: Suzan Zeichner. Seit der Uraufführung des Musicals „Ludwig²“ begeistert die gebürtige Australierin als Sybilla Meilhaus, König Ludwigs Erzieherin. Wir trafen eine warmherzige, engagierte und kluge Frau zu einem bewegenden Gespräch über den König und sein Festspielhaus, über fliegende Federn und die Folgen von Verwandtschaftsbesuchen.


Martin Markert ist derzeit zu sehen als Schattenmann im Musical „Ludwig²“ im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen.
Aus schwindelerregender Höhe blickt Jesus hinab auf das Geschehen, das sich in den ehrwürdigen Mauern der Stiftsruine entfaltet. Sein Blick ist gütig, die Arme weit ausgebreitet. Spannweite um die fünf Meter. Nein, die Rede ist (noch) nicht vom grandiosen Hauptdarsteller Andreas Bongard, sondern von der fast sieben Meter großen Jesusfigur, die zu Beginn der Rockoper „Jesus Christ Superstar“ hochgezogen wird und fortan über der Apsis schwebt, mit bester Sicht auf Stefan Hubers exzellente Inszenierung.

Neben der Rezension haben wir aus Bad Hersfeld auch Fotos von Stefan Hubers gelungener „Jesus Christ Superstar“-Inszenierung mitgebracht. Unsere Wort-und-Bild-Galerie gibt einen Einblick, aber nichts kann das Live-Erlebnis ersetzen. Absolute Empfehlung für den Sommer 2023. Viel Spaß beim Anschauen - online und live!

Goethe – jeder kennt seinen Namen. Die einen erinnern sich mit Begeisterung an literarische Diskussionen, die anderen mit eher gequälter Miene an endlose Deutschstunden. Wer angesichts der Thematik im ersten Moment skeptisch stockt, dem sei gesagt: Mit drögem Unterricht hat dieser „Goethe!“ nichts, wirklich gar nichts zu tun. Das Musical von Martin Lingnau (Musik), Frank Ramond (Songtexte) und Gil Mehmert (Buch und Regie) basiert auf dem gleichnamigen Spielfilm von Philipp Stölzl und ist eine temporeiche, hochemotionale Reise in die wilden Jugendjahre des Johann Goethe. Rasante Szenenwechsel, quirliges Treiben auf der Bühne und ein grandioser Song nach dem anderen lassen das Publikum atemlos staunend miterleben, wie der mäßige Jurist Johann sich aus allen Konventionen befreit, um seine wahre Berufung zu leben.

„Bullshit“ wettert John Keating, der neue Lehrer an der renommierten Welton-Akademie, gegen die Literaturtheorien des Dr. J. Evans Pritchard. Er fordert die Schüler auf: „Reißt die Seiten raus.“ Wie jetzt? Die Buchseiten? Rausreißen? Die anfängliche Verblüffung schlägt rasch in Begeisterung um. Doch beim Establishment kommen Keatings unkonventionelle Unterrichtsmethoden gar nicht gut an. Was dagegen auch im zweiten Bad Hersfelder Aufführungssommer mehr als nur gut ankommt, ist Joern Hinkels Inszenierung des Schauspiels „Der Club der toten Dichter“. Hier gehen die brillante Darstellerriege, Regie, Bühnenbild und die unvergleichliche Atmosphäre der Stiftsruine eine Symbiose ein, die den „Club der toten Dichter“ zum Must-See des Sommers 2022 macht.

Ein echter Klassiker des Musicaltheaters steht im Sommer 2023 auf dem Programm des Theaters unter den Kuppeln (TudK): „Evita“, das Musical von Andrew Lloyd Webber (Musik) und Tim Rice (Libretto) feiert am 16. und 17. Juni Premiere. Aktuell laufen die Endproben...

Martin Lingnau zählt zu den gefragtesten und vielseitigsten Komponisten Deutschlands. Er schreibt Popsongs und Filmmelodien, Instrumentalmusik und - natürlich - Musicals. Aus seiner Feder stammen so unterschiedliche Stücke wie „Heiße Ecke“, „Der Schuh des Manitu“ und „Das Wunder von Bern“. Seine Entscheidung für die Musik traf Martin Lingnau schon im zarten Alter von sieben Jahren. 19 komponierte Musicals und 40 veröffentlichte Tonträger später weiß er von den Anfängen am heimischen Klavier bis hin zum aktuellen Projekt „Goethe! Auf Liebe und Tod“ viel Spannendes zu berichten.
